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Achtung vor Eichenprozessionsspinnern

Eichenprozessionsspinner
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Die gefräßigen Raupen vom Eichenprozessionsspinner sind wieder auf dem Vormarsch

Sie bilden eine bis zu zehn Meter lange Kolonne und fressen bei ihrem Marsch durch die Gehölze alles kahl: Im Frühsommer sind wieder die gefürchteten Eichenprozessionsspinner zugange. Die Raupen des Nachtfalters treten oft in großen Gruppen auf und befallen bevorzugt Bäume und Sträucher an warmen, trockenen Standorten. Seit etwa Mitte der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts breitet sich der Eichenprozessionsspinner in Deutschland aus, hierbei auch immer stärker im städtischen Bereich, sodass zunehmend auch private Gärten von den gefräßigen Tieren betroffen sind.

Brennhaare enthalten Nesselgift

Eichenprozessionsspinner
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Wer die nimmersatten Eichenprozessionsspinner oder deren Gespinstnester in seinem Garten entdeckt, sollte nicht eigenmächtig handeln, sondern sich umgehend an einen Fachmann wenden. Denn die Eichen tragen Brennhaare, die ein gesundheitsschädliches Nesselgift enthalten. „Das Thaumetopoein kann bei Kontakt mit Haut, Augen oder Schleimhaut starke Irritationen und Entzündungen auslösen“, warnt Manuel Schuster, Baumpfleger aus Dülmen-Buldern.

 

Besonders an direkt betroffenen Stellen wie Arm, Bein, Nacken und Gesicht treten in den meisten Fällen innerhalb von 24 Stunden Quaddeln und starker Juckreiz auf. Unbehandelt dauern diese Beschwerden je nach Kontaktausmaß und individueller Konstitution zwischen zwei Tagen und zwei Wochen an. Das Einatmen der Brennhaare kann zu Atemwegsentzündungen und Atembeschwerden führen. Nach Augenkontakt können Bindehaut- und Hornhautentzündungen auftreten. Auch systemische Beschwerden wie Schwindel, Fieber und in seltenen Fällen auch Schockzustände wurden beschrieben. Professionelle Baumpfleger wissen um die Gefahren und können die Eichenprozessionsspinner fachgerecht entfernen. Zertifizierte Betriebe findet man beispielsweise unter www.ral-baumpflege.de.

Entfernen der Nester durch Absaugung

Um der Plage an Bäumen Herr zu werden, arbeitet Manuel Schuster beispielsweise von einer Hubarbeitsbühne aus und nutzt dabei eine typische Verhaltensweise der Raupen. „Wenn die Larven das dritte Larvenstadium erreicht haben, sammeln sie sich unter den Hauptästen in Nestern. Die Nester werden zunächst mit einer klebenden Flüssigkeit am Baum fixiert. Anschließend lassen sie sich recht einfach absaugen“ erläutert der Profi sein Vorgehen, bei dem auch die gefährlichen Brennhaare mit aufgenommen werden. Das Abbrennen der Nester lehnt Manuel Schuster dagegen grundsätzlich ab. Denn durch die Hitze entwickelt sich eine Thermik, die die Brennhaare weit verteilt. Außerdem lassen sich die Raupen fallen, um der Gefahr zu entkommen. Ein sachgerechtes Entfernen der Raupen und Brennhaare liegt also bei dieser Methode nicht vor.

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Autorenteam Sonja und Harry Bode