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Alles über das Testament

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Eine Kurzfassung, was Sie zum Testament wissen sollten

Ein Testament bestimmt, welches Eigentum des Erblassers in dessen Todesfalle an wen übergeht. Für ein gültiges Testament muss der Erblasser testierfähig sein sowie das Testament selbst handschriftlich verfasst und unterzeichnet haben. Ein Testament kann im Nachhinein geändert werden. Liegt kein Testament vor, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Sonderformen sind beispielsweise das Berliner Testament und das öffentliche Testament.

So verfassen Sie richtig ein Testament

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Zunächst einmal muss man entscheiden, ob man ein Testament machen will oder ob es genügt, dass die gesetzliche Erbfolge eintreten soll. Dies bleibt immer eine persönliche Entscheidung – denn wenn kein Testament errichtet wurde, greift immer die gesetzliche Erbfolge.

Die gesetzliche Erbfolge teilt dann das vorhandene Vermögen unter den Hinterbliebenen auf. Wer aber davon abweichen will und eine persönliche Verteilung seines Vermögens möchte (z.B. dass man eine Person bevorzugt) muss ein gültiges Testament machen.

Sinnvoll ist ein Testament in den Fällen, wenn es mehrere erbberechtigte Hinterbliebene gibt oder wenn zum Beispiel eine Immobilie und ein Barvermögen vererbt wird.

Testierfähigkeit

Die Testierfähigkeit (§ 2229 Abs. 4 BGB) ist nach deutschem Recht von der allgemeinen Geschäftsfähigkeit zu unterscheiden. Die volle Testierfähigkeit beginnt mit der Vollendung des 18. Lebensjahres. Minderjährige, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, sind beschränkt testierfähig. Auch ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters kann dieser ein Testament errichten. Zum Schutz des Minderjährigen vor unüberlegten Verfügungen ist die Testierfähigkeit jedoch auf solche Testamentsformen beschränkt, die die Beratung durch einen Notar einschließen, d. h. es ist nur möglich, ein öffentliches Testament durch mündliche Erklärung oder offene Schrift zu errichten (§ 2233 Abs. 1 BGB), nicht aber durch Übergabe einer verschlossenen Schrift. Eigenhändige Testamente können von Minderjährigen nicht wirksam errichtet werden (§ 2247 Abs. 4 BGB).

Die Testierfähigkeit wird durch Geistesschwäche oder eine Bewusstseinsstörung (z.B. Demenz) ausgeschlossen. Eine solche geistige Einschränkung hebt die Testierfähigkeit auf, wenn der Testierende nicht mehr die Tragweite seiner Entscheidungen erkennen und seinen Willen frei von Einflüssen dritter Personen bilden und äußern kann.

Testierunfähigkeit ist eine Sonderform der Geschäftsunfähigkeit. Das Vorliegen der Testierfähigkeit wird als Normalfall vermutet. Ihr Nichtvorhandensein ist die Ausnahme und daher von demjenigen zu beweisen, der sich auf Geschäfts- oder Testierunfähigkeit des Erblassers beruft; bleiben Zweifel, geht das Nachlassgericht von der Testierfähigkeit aus. Ob eine solche Testierunfähigkeit vorliegt, ist vom Nachlassgericht (§ 343 FamFG) bei Erteilung des Erbscheins von Amts wegen zu prüfen (§ 26 FamFG; § 2353, § 2358 BGB), wenn konkrete Zweifel an der Testierfähigkeit bestehen.

Die Tatsache, dass ein rechtlicher Betreuer bestellt war, beweist allein noch nicht die Testierunfähigkeit. Bei solchen Zweifeln hat das Nachlassgericht zunächst die behaupteten auffälligen Verhaltensweisen des Erblassers aufzuklären (z. B. den Umfang der Zerebralsklerose, der Verwirrtheit) und hierauf das Sachverständigengutachten eines Psychiaters einzuholen.

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Eine Ungültigkeit des Testaments aufgrund einer geistigen Erkrankung liegt jedoch dann nicht vor, wenn das Testament mit der Erkrankung nicht in Verbindung steht und von ihr nicht beeinflusst ist. Die gutachterliche Feststellung des Vorliegens von Testierunfähigkeit ist außerordentlich anspruchsvoll, besonders wenn die Beurteilung erst postum, d. h. nach dem Ableben des Erblassers getroffen werden soll. Andererseits dürfte ein Gutachten zur Feststellung der Testierunfähigkeit zu Lebzeiten nur schwer durchsetzbar sein.

 

In einer Entscheidung des OLG Frankfurt am Main wurde das Interesse des Erblassers, vor einem Prozess verschont zu werden, höher bewertet als das wie immer geartete Interesse eines potenziellen Erben, frühzeitig Klarheit über seine gesetzliche Erbfolge zu erlangen. Außerdem kann vom Erblasser nicht verlangt werden, schon zu Lebzeiten über das Schicksal seines Nachlasses Rechenschaft abzulegen.

Der Einwilligungsvorbehalt eines rechtlichen Betreuers darf sich nach § 1903 Abs. 2 BGB nicht auf Verfügungen von Todes wegen erstrecken.

Drei Möglichkeiten ein Testament zu erstellen

1. Man kann ein Testament selbst handschriftlich verfassen

2. Man kann ein Testament beim Notar verfassen oder durch einen Notar beglaubigen lassen

3. Das sogenannte Berliner Testament ist für zwei Personen gedacht, welche ihren letzten Willen gemeinsam aufsetzten wollen.

Was muss ein handschriftliches Testament haben damit es gültig ist?

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Damit ein handschriftliches Testament auch seine Gültigkeit nicht verliert, muss es unbedingt handschriftlich verfasst werden. Nur so kann im Nachhinein bei Streitigkeiten durch einen Sachverständigen ermittelt werden, ob das Testament auch vom Erblasser wirklich geschrieben wurde. Weiterhin muss ein handschriftliches Testament ein Datum sowie die Unterschrift des Erblassers enthalten.

 

 

In der Regel kann man das Testament zu Hause aufbewahren. Sicherer ist es jedoch diese Urkunde bei einem Anwalt, Notar oder dem Amtsgericht aufzubewahren. Die Kosten für die Hinterlegung beim Nachlassgericht betragen einmalig 75 Euro. Die besondere amtliche Verwahrung eines Testaments bietet sich vor allem für Alleinstehende oder für Menschen an, die befürchten, dass Dritte ihr Testament nach ihrem Tod fälschen oder verschwinden lassen könnten. Der Erblasser hinterlegt dabei seine Letztwillige Verfügung beim Amtsgericht seines Wohnortes und schützt es so vor Manipulationen und Vernichtung. Sobald das Gericht vom Tod des Erblassers erfährt, eröffnet es das Testament und benachrichtigt Erben, Vermächtnisnehmer und Pflichtteilsberechtigte. Die amtliche Verwahrung ist weder Voraussetzung für die Wirksamkeit eines Testaments noch hindert sie den Erblasser an der Änderung oder dem Widerruf des Testaments.

Noch ein Hinweis:

Sie könne sich Hilfe durch einen Fachanwalt oder Notar holen, falls sie nicht ein Testament alleine aufsetzten wollen. Es empfiehlt sich, das Testament beim Nachlassgericht zu hinterlegen, damit im Erbfall es auch angewendet werden kann. Oft wird ein Testament nicht gefunden, weil es vom Erblasser versteckt oder verlegt wurde.

Textquelle auszugsweise: advocado.de/Bundesministerium der Justiz 

 

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Autorenteam Sonja und Harry Bode