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Maskierte Hypertonie bleibt oft unerkannt!

Hypertonie ist eine Volkskrankheit

Salzkonsum,Regelmäßige Kontrolluntersuchen auf Hypertonie sind wichtig
Bild: CC0

Gefährliche Hypertonie wird oft nicht erkannt

Von wegen Weißkittelhypertonie: Dass Patienten im Behandlungszimmer oft höheren Blutdruck haben, ist vielen Ärzten bekannt. Jetzt sagt eine US-Studie: Bei der Praxismessung wird der Blutdruck eher unter- als überschätzt. Die verbreitete Annahme, dass der Praxisblutdruck in der Regel höher liegt als der Wert der ambulanten Blutdruckmessung, scheint auf gesunde Menschen nicht zuzutreffen. In einer aktuellen großen US-amerikanischen Kohortenstudie war sogar genau das Gegenteil der Fall (Circulation 2016; 134: 1794-1807).

So lagen die Praxiswerte der 888 gesunden Teilnehmer der „Masked Hypertension Study“ im Schnitt um 7/2 mmHg niedriger als deren Werte in der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABPM).

Besonders ausgeprägt war diese Diskrepanz bei jüngeren, normalgewichtigen Personen. Eine maskierte Hypertonie – also erhöhte ABPM-, aber normale Praxiswerte – kam in dieser Kohorte mit einer Rate von 15,7 Prozent damit deutlich häufiger vor als eine Weißkittelhypertonie (1,0 Prozent).

„Ärzte sollten bei gesunden Menschen somit eher davon ausgehen, dass der in der Praxis gemessene Blutdruck den mittleren Blutdruck am Tage unterschätzt als überschätzt“, resümieren die Studienautoren um Joseph Schwartz von der Stony Brook University.

Relativ junge Teilnehmer in Studie

Symbolbild, EKG, Blutdruck
Bild: pixabay

 

Der Blutdruck der Studienteilnehmer wurde an drei verschiedenen Praxisterminen jeweils dreimal gemessen. Es nahmen Personen teil, deren Blutdruck beim ersten Praxisbesuch unter 160/105 mmHg gelegen hatte.

 

 

Die Teilnehmer waren arbeitstätig und mit einem mittleren Alter von 45 Jahren relativ jung, sie hatten weder eine kardiovaskuläre Vorerkrankung, noch nahmen sie Antihypertensiva ein. Nach den drei Praxismessungen erfolgte bei jedem Teilnehmer eine ABPM.

Der mittlere ABPM-Wert lag dabei mit 123,0/77,4 mmHg signifikant höher als die mittleren aus den drei Praxisbesuchen gepoolten Werte (116,0/75,4 mmHg). Bei mehr als einem Drittel der Teilnehmer überstieg der systolische ambulante Wert den Praxis-Wert um mehr als 10 mmHg.

Der umgekehrte Fall – also ein um 10 mmHg höherer Praxisblutdruck als der ABPM-Wert – kam nur bei 2,5 Prozent der Teilnehmer vor.

Mit steigendem Alter und BMI schwächte sich die Diskrepanz zwischen Praxisblutdruck und ABPM-Wert zunehmend ab, wobei der Praxisblutdruck den ambulanten Wert zu keinem Zeitpunkt überstieg. Der diastolische Praxisblutdruck hingegen lag bei Teilnehmern ab einem Alter von etwa 65 Jahre im Schnitt höher als der ABPM-Wert.

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Dieser Artikel vom 13. Dezember 2016 wurde aktualisiert.

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Autorenteam Sonja und Harry Bode