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Das diabetische Auge

Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig checken vor allem wenn Sie Diabetiker sind!

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Bild: adobe

Das diabetische Auge ist eine Netzhauterkrankung (diabetischer Retinopathie)

Das diabetische Auge verursacht zunächst keine Symptome. Die zunehmende Schädigung kleiner Blutgefäße (Mikroangiopathie) verursacht eine zunächst unbemerkte Schädigung der Netzhaut. Sie kann im Verlauf zur Erblindung führen. Bisherige Therapien können den weiteren Verlauf der Erkrankung nur verzögern, im besten Falle stoppen. Die Vorbeugung besteht in einer optimalen Therapie des Diabetes mellitus.

Leichte Sehschwächen kann unser Gehirn sogar ausgleichen. Dann kann es sein, dass Sie Veränderungen für lange Zeit nicht bemerken. Deshalb ist es wichtig, die Augen regelmäßig untersuchen zu lassen, damit Ihr Arzt eine mögliche Augenerkrankung frühzeitig erkennen und behandeln kann. So kann das Sehvermögen langfristig erhalten oder auch wieder verbessert werden.

Übersicht möglicher Diabetesfolgen am Auge

Eine Diabeteserkrankung kann sich an den verschiedenen Strukturen des Auges auswirken.

Sehschärfe    Einerseits führen Blutzuckerschwankungen über reaktive Flüssigkeitsverschiebungen im Auge (sogenannte osmotische Effekte) und unterschiedlichen Schwellungszustand der Linse zu kurzfristigen Schwankungen der Brechkraft des Auges, so dass über den Tag die Sehfähigkeit unterschiedlich sein kann. Doch vor der Investition in eine neue Sehhilfe sollte man in solchen Fällen seinen Hausarzt und seinen Augenarzt aufsuchen: Die Änderung der Brechkraft bleibt meist eine nur vorübergehende Erscheinung. Mit einer guten Regulierung einer entgleisten Stoffwechselsituation stellt sich oftmals der alte Zustand wieder ein. Bei Blutzuckerneueinstellungen und vormals stark entgleistem Zuckerspiegel kann es sogar über 1-2 Wochen zu solchen vorübergehenden Sehbeeinträchtigungen kommen.
Augennerven   Infolge des Diabetes mellitus kann es ferner zu chronischen Nervenschäden auch im Bereich des Auges kommen, die in seltenen Fällen den Sehnerven betreffen können, häufiger aber die Nerven in der Hornhaut des Auges beschädigen. Dadurch wird die Sensibilität der Hornhaut herabgesetzt, wodurch es zu unbemerkten kleinen Hornhautschäden oder gar Infektionen der Hornhaut kommen kann.
Tränenfilm Ein sogenanntes „trockenes Auge“ kann aufgrund der Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit zunehmen. Ein vermindeter reflektorischer Blinkreflex und ein schnelleres Verdunsten der Tränenflüssigkeit sind bei Diabetes mellitus nicht selten. Tränenersatzmittel können hier hilfreich sein.
Katarakt Ferner führen erhöhte Blutzuckerspiegel langfristig zu bleibenden Veränderungen an den Eiweißstrukturen der Linse, so dass Menschen mit unzureichend eingestelltem Diabetes mellitus oft bereits frühzeitig unter einer Linsentrübung, dem grauen Star, leiden. Diese Komplikation ist durch eine Operation behandelbar, sobald es zu einer relevanten Einschränkung gekommen ist.
Netzhaut

Nicht so einfach zu beheben, sind dagegen schleichend einsetzende, chronische Schäden, die die Zuckerkrankheit häufig an den Gefäßen der Netzhaut des Auges hervorruft. Diese Erkrankung wird auch als „diabetische Retinopathie“ bezeichnet und stellt den häufigsten Grund für eine bleibende Beeinträchtigung dar. Die Netzhaut ist die Struktur des Auges, die tapetenartig das Augeninnere auskleidet und in der die Sinneszellen für das Sehen gelegen sind. Von hier aus werden die Sehinformationen dem Gehirn zugeleitet. Die Netzhaut ist somit mit dem Film in einem Kamerasystem vergleichbar, ohne den eine Bildentstehung nicht möglich ist. Veränderungen der Netzhautgefäße infolge des Diabetes schädigen entsprechend die Versorgung der Netzhautzellen und bedrohen dadurch die Sehfähigkeit.

Sehnerv Die Nerven des Sehnervs zeigen häufiger eine Schädigung, die durch eine Kombination aus verminderter Durchblutung und erhöhtem Augendruck bedingt sein kann. Deshalb sind Kontrollen des Sehnervenkopfes und Messungen des Augeninnendrucks sinnvoll.

Weitere detaillierte Informationen zu Beschwerden bei der Erkrankung finden Sie hier.

DMP Programm, diabetische Auge
Bild: fotolia

Wichtig ist es, bei den ersten Anzeichen von Augenproblemen in Verbindung mit Diabetes ist ein Kontrollcheck beim Augenarzt unabdingbar. Sowieso sollten Patienten mit Diabetes in einem festen Turnus die Augen kontrollieren lassen. Normalerweise überwacht der behandelnde Diabetologe diese regelmäßige Kontrolle – insbesondere dann, wenn Sie auch ins DMP Programm eingeschrieben sind. Ihre Krankenkasse gibt Ihnen dazu weitere Informationen.

 

 

Was kann man machen, wenn die Krankheit schon besteht? 

Laserbehandlung

Entdeckt der Augenarzt bei einer Kontrolluntersuchung Anzeichen für eine diabetische Netzhauterkrankung, so wird er in nächster Zeit wahrscheinlich erst einmal häufigere Untersuchungen empfehlen, um im Falle einer weiteren Verschlechterung rechtzeitig behandeln zu können. Auch wenn das Sehvermögen noch nicht beeinträchtigt ist kann es sein, dass der Arzt eine Laserbehandlung anrät.

Intravitreale Medikamentengabe

Sammelt sich Flüssigkeit unter der Netzhaut, so werden spezielle Medikamente direkt ins Auge injiziert. Dies erfolgt anfänglich in monatlichem Abstand. Nach drei bis fünf Injektionen können die Abstände unter Umständen verlängert werden. Es kann aber auch sein, dass die Behandlung über Monate oder sogar Jahre durchgeführt werden muss. Dafür gibt es eine gute Chance, dass das Sehvermögen erhalten bleibt, oder sich sogar bessert.

Operation bei Netzhautablösung

Kommt es bei einer Retinopathie zu schweren Folgeschäden wie einer Glaskörperblutung oder einer Netzhautablösung, kann ein operativer Eingriff notwendig sein, um das Augenlicht zu retten. Dabei entfernt der Arzt zum Beispiel den Glaskörper und ersetzt ihn durch ein spezielles Gasgemisch. Da diese Eingriffe anspruchsvoll sind, wenden Betroffene sich am besten an ein Augenzentrum, das darauf spezialisiert ist.

Textquellen: nei.nih.gov/health/diabetic/retinopathy, das-diabetische-auge.de, diabetes-und-augen.info/mayoclinic.org/diseases-conditions/diabetic-retinopathy/symptoms-causes/syc-20371611/diabetes-auge.de/index.php/diabetische-augenerkrankungen/diabetes-ratgeber.net/Augen/Retinopathie-Behandlung-20240_5.html

 

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Autorenteam Sonja und Harry Bode