News Ticker

Die Volkskrankheit Schwerhörigkeit (Hypakusis)

Schwerhörigkeit, hören
Bild: adobe

Schätzungsweise 16 % der Deutschen sind von einer Hörminderung auf mindestens einem Ohr betroffen – Tendenz steigend!

Bei vielen Menschen steht die Frage im Raum, ob sie auch dazu gehören und welche Anzeichen es dafür gibt.

Die Diagnose steht im Mittelpunkt

Schwerhörigkeit, hören
Bild: adobe

Die Ursachen der Schwerhörigkeit, auch Hypakusis genannt, können beispielsweise das Alter, ein Unfall oder eine zu starke Lärmbelastung sein. Besonders bei älteren Menschen lässt das Hörvermögen aber immer mehr nach. Dies ist ein völlig natürlicher Prozess und wird als Altersschwerhörigkeit bezeichnet.

Nichtsdestotrotz dauert es im Schnitt sieben Jahre vom Eintreten eines Hörverlustes bis hin zur Versorgung mit beispielsweise einem Hörgerät. Da die Folgen einer unausgeglichenen Hypakusis unter anderem Demenz, Depressionen, Stress und erhöhter Blutdruck sein können, ist es umso wichtiger, dass sie schnellstmöglich diagnostiziert wird.

Erste Anzeichen unbedingt ernstnehmen

Eine Hypakusis hat viele verschiedene Ausprägungen. Sie kann beispielsweise nur die hohen oder tiefen Töne betreffen oder sich über den gesamten Hörbereich erstrecken. Oft sind es gar nicht die Betroffenen selbst, die eine Veränderung ihrer Hörqualität feststellen, sondern deren Umfeld. Häufiges Nachfragen, der außergewöhnlich laut gestellte Fernseher oder das Überhören von Telefon, Klingel und Wecker sind erste Anzeichen für eine vorliegende Hypakusis. In diesem Fall sollten Betroffene zunächst den HNO-Arzt, welcher mit Hilfe verschiedener Tests den Grad und die Art der Hypakusis bestimmt, aufsuchen. Kann die Hypakusis problemlos mit einem Hörgerät ausgeglichen werden, steht im nächsten Schritt der Besuch beim Hörakustiker an.

Die individuelle Beratung ist besonders wichtig

Schwerhörigkeit, hören, Hörgerär
Bild: adobe

Um das Hörgerät auf den vorliegenden Hörverlust anzupassen, führt der Hörakustiker mehrere Tests sowie ein Anamnesegespräch durch und erstellt ein so genanntes Audiogramm. In diesem wird eingezeichnet im Bereich welcher Lautstärke welche Tonhöhe wie gut, beziehungsweise schlecht gehört wird.

Diese Informationen werden dann auf die Einstellungen des Hörgerätes übertragen, so verstärkt dieses bei einer Hypakusis im Hochtonbereich beispielsweise insbesondere die hohen Töne, überträgt tiefe Töne jedoch in ihrer ursprünglichen Lautstärke.Ergänzend zum Audiogramm erhält der Hörakustiker aus dem Beratungsgespräch Informationen über die individuellen Wünsche und Anforderungen des Kunden an das Hörgerät. Hierunter fallen beispielsweise die Preisvorstellung sowie der Bedarf an Zusatzleistungen oder Zubehör.

Hörgeräte sind kleiner und leistungsstarker denn je

Symbolbild, hören, Hörgerät, Hörproblem
Bild: pixabay

Hingegen der allgemeinen Vorstellung eines auffällig und klobig hinter dem Ohr sitzenden braunen Gerätes, sind die heutigen Hörgeräte deutlich kleiner, leistungsstarker und unauffälliger. Vor allem Im-Ohr-Geräte sitzen oft so versteckt im Gehörgang, dass sie von außen nicht sichtbar sind. Aber auch Hörgeräte, die hinter dem Ohr sitzen, können Haut- oder Haarfarbe angepasst werden und haben heutzutage nur noch die Größe einer Kaffeebohne.

Zahlreiche Zusatzfunktionen ergänzen die kleinen Helfer außerdem bestmöglich beim Ausgleich einer Hypakusis. Mit Hilfe der Bluetooth-Kompatibilität beispielsweise können Hörgeräte mit dem Smartphone verbunden und als Kopfhörer zum Telefonieren oder Musikhören verwendet werden. Des Weiteren passen sich viele Hörgeräte automatisch auf die aktuelle Hörsituation an und haben Ergänzungsfunktionen, wie beispielsweise einen Tinnitus-Noiser, bereits eingebaut.

Das Testen vor dem Kauf ist unerlässlich

Liegt eine Hypakusis vor und kann diese nur noch durch ein Hörgerät ausgeglichen werden, wird der Hörakustiker, nachdem er alle wichtigen Informationen gesammelt hat, mehrere Hörgeräte an die individuellen Anforderungen des Betroffenen anpassen, damit dieser sie testen kann. Wichtig ist dabei unbedingt, dass die einzelnen Helfer über mehrere Wochen hinweg ausführlich getestet werden. Nur so kann das perfekt passende Hörgerät, dass die Hypakusis zuverlässig ausgleicht, gefunden werden.

Siegel Seniorenblog

 

 

 

 

 

Autorenteam Sonja und Harry Bode