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Erkältungspräparate: Viel hilft nicht viel!

Bei Erkältung und Grippe auf Medikamentendosis achten!

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Bild: fotolia

Erkältungspräparate nicht überdosieren!

Neue Leitlinien haben dazu geführt, dass so viele unterschiedliche Kombimittel auf den Markt drängen wie noch nie. Die evidenzbasierte Datenlage zum Nutzen von Erkältungsmitteln ist allerdings dürftig. Zwei- bis fünfmal im Jahr ist für Erwachsene Taschentuchalarm und die Erkältung schlägt zu. Obwohl es sich um eine Bagatellerkrankung handelt, verursachen Rhinoviren einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schaden. Kombinationsarzneimittel versprechen Linderung, sind aber oft unsinnig zusammengesetzt. Neben Analgetika und Antipyretika wie Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure enthalten die Zubereitungen Vitamin C, Antihistaminika, Hustenblocker und abschwellende Alphasympathomimetika.

Dekongestiva in der Empfehlung

Eine Studie von Croessmann et al. untersuchte in einer Metaanalyse den Nutzen von Erkältungsmitteln. Für Antihistaminika, intranasale Steroide, Codein, nasale Salzwasserspülungen und Dampfbäder ist die evidenzbasierte Datenlage sehr dürftig. Lokale Alphasympathomimetika, intranasales Ipratropium und Zink mindern leicht die Symptomschwere und -dauer. Analgetika und einige Phytotherapeutika milderten geringfügig die Symptome. Lediglich eine konsequente Hygiene vermindert die Übertragung der ursächlichen Viren.

Für Kombinationspräparate mit Dekongestiva und/oder Analgetika lässt sich dagegen „ein gewisser Nutzen bei Erwachsenen und älteren Kindern“ belegen, so die Studienautoren aus Frankfurt.

Das Rhinosinusitis-Positionspapier spricht eine Empfehlung für Analgetika und Dekongestiva aus. Dekongestiva sind lokale oder systemische Alphasympathomimetika mit abschwellender Wirkung.

Systemisch oder lokal?

Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol wirken gegen die Kopf- und Gliederschmerzen und senken das Fieber. Als orale Dekongestiva stehen Phenylephrin, Phenylpropanolamin, Ephedrin und Pseudoephedrin zur Verfügung. Die Zahl der Kombinationsmöglichkeiten ist extrem groß. Orale Dekongestiva wirken als Alphasympathomimetika abschwellend auf die Schleimhäute im Bereich der Ostien, ohne diese auszutrocknen. Dies ist ein beachtlicher Vorteil gegenüber lokalen Dekongestiva wie Xylometazolin, Naphazolin u.a.. Auch ein Reboundeffekt und eine Rhinitis medicamentosa werden durch die oralen Arzneiformen nicht hervorgerufen.

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Autorenteam Sonja und Harry Bode