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Geschmacksverlust – Essen ohne Genuss

Beim ersten Anzeichen von Geschmacks oder Riechverlust den HNO-Arzt aufsuchen.

Geschmacksverlust, Geschmack
Bild: pixabay

Geschmacksverlust – Essen ohne Genuss

Bei einem Geschmacksverlust ist auch der Geruchssinn geschädigt. Erkrankungen können Nervenzellen schädigen. Riechen kann wieder trainiert werden. Rund 50.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland eine Störung des Geruchs- und Geschmackssinns. Ein spezielles Riechtraining soll hilfreich sein, auch den Geschmack wieder zu verbessern, so das Ergebnis einer Studie.

„Dass es nicht mehr schmeckt, liegt meist daran, dass man schlecht riechen kann, denn geschmacklich nimmt man nur Folgendes wahr: süß, salzig, sauer, bitter und umami“, erklärt Prof. Thomas Hummel von der HNO-Klinik der Technischen Universität Dresden. Umami stammt aus dem Japanischen und meint würzig wohlschmeckend.„Der Großteil der Sinneseindrücke entsteht in der Nase – nicht auf der Zunge. Alle feinen Aromen erfährt man über den Geruchssinn, wenn dieser nicht zum Tragen kommt, schmeckt alles Essen fade“, sagt Prof. Hummel. Ob ein kompletter (Anosmie) oder nur teilweiser Verlust, (Hyposmie) – die Gründe für einen Geschmacksverlust können vielfältig sein. Der erste Gang sollte immer zum HNO-Arzt sein, der die Nebenhöhlen und das Riechorgan oben in der Nase endoskopisch untersucht, rät der Mediziner.

Riechtraining mit Duftserien

Riechen, Geschmacksverlust
Bild: CC0

Die Wissenschaftler in der Türkei fanden in einer Studie nun heraus, dass ein spezielles Riechtraining hilfreich sein kann, Geruchs-und Geschmacksvermögen nach einer Erkrankung wieder zu verbessern.

Über 36 Wochen rochen Probanden im Alter von 26 bis 68 Jahren zweimal täglich für jeweils fünf Minuten:

 

 

  • Rose
  • Gewürznelke
  • Eukalyptus
  • Zitrone.

Das klassische Riechtraining verglichen die Forscher mit einem weiteren, nun veränderten Riechttraining, bei dem Probanden die Duftserien variierten:

Zwölf Wochen trainierten sie zweimal täglich fünf Minuten die oben genannten Düfte wie die Probanden des klassischen Geruchstrainings.  Zwölf weitere Wochen rochen sie dann die Düfte von Menthol, Thymian, Mandarine und Jasmin. Weitere zwölf Wochen rochen sie schließlich noch grünen Tee, Bergamotte, Gardenie und Rosmarin.
Die Probanden, insgesamt nahmen 85 an der Studie teil, sollten ihr Geruchsempfinden selbst einschätzen. Beteiligt war auch eine Vergleichsgruppe, die kein Riechtraining absolviert hatte.

In den beiden Gruppen mit Riechtraining hätte sich das Riechvermögen schon nach zwölf Wochen verbessert, so die Forscher, dann noch einmal deutlich nach 24 und 36 Wochen. Mit den wechselnden Geruchsserien seien dabei die besseren Erfolge erreicht worden.

Infektion zerstört Riechnerven

Diagnostiziert werden bei Riech-und Geschmacksverlust meist entzündliche Krankheiten wie Erkältung, Sinusitis oder auch Polypen und alles, was dazu führt, dass Gerüche nicht mehr in die Nase kommen. Ein Geschmacksverlust kann auch die Nachwehe einer Virusinfektion wie z. B. Grippe sein. Sie zerstört manchmal die Riechnerven. Oft, aber nicht immer regenerieren sich die Nervenfasern wieder, so Prof. Hummel.

Die chronische Nebenhöhlenentzündung sowie Polypen lassen sich operativ behandeln. In manchen Fällen helfen bei Geruchsverlust auch Kortisonpräparate, wenn eine Entzündung der Störung zugrunde liegt, erklärt Prof. Dr. Karl-Bernd Hüttenbrink von der HNO-Abteilung der Uniklinik Köln und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Olfaktologie und Gustologie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. In dieser AG sind 14 Unikliniken in Deutschland miteinander vernetzt.

Studienergebnisse weisen darauf hin, dass bei älteren Menschen die Geschmacksempfindung vor allem für Salz abnimmt. Bei Männern zeigt sich der Verlust ausgeprägter.

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Dieser Artikel vom 04. Mai 2017 wurde aktualisiert

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Autorenteam Sonja und Harry Bode