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Hygiene – Basis der Gesundheit

Händewaschen ist ein Grundprinzip der Hygiene

Hygiene, Bakterien
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Sauberkeit und Hygiene sind für ein gesundes Leben unerlässlich.

Bereits in der Antike war den Menschen bewusst, dass es zwischen Hygiene und Gesundheit einen Zusammenhang gibt. Badehäuser gehörten zur Infrastruktur der frühen Hochkulturen. Dennoch gab es in der Geschichte der Menschheit immer wieder Krankheiten und Seuchen, die sich auch wegen mangelnder Hygiene ausbreiten konnten.

Im Alltag unterschätzen viele Menschen, die Wichtigkeit von Hygiene. Selbst in Klinken wird oft in Bezug auf Hygiene „geschludert“, obwohl vorgeschrieben ist, dass es in jedem Krankenhaus einen Hygienebeauftragten geben muss, denn Klinken sind in großem Maße eine Infektionsquelle für Krankheiten. Verbreitet werden die Keime von Patient zu Patient vor allem über Ärzte und Pfleger, die sich, so der Vorwurf, nicht an die Grundsätze des sauberen Arbeitens halten. Im Klinikalltag ist es schon wegen des Personal- und Zeitmangels allerdings extrem schwierig, sich zum Beispiel ausreichend die Hände zu desinfizieren. Jährlich sterben ca. 30.000 Menschen an Krankenhausinfektionen!

Arzt, Klinik, Krankenhaus, Labor
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Die Ansteckung mit Infektionskrankheiten in Krankenhäusern ist so alt, wie die Einrichtung selbst. Zwar isolierte man in Würzburg schon Ende des 16. Jahrhunderts ansteckende Kranke auf eigenen Stationen von den anderen Patienten. Doch Quarantäne-Stationen waren noch lange nicht Standard. Im 18. Jahrhundert begann man, heilbare von unheilbaren Kranken zu trennen. Oft wurden sogar nur noch heilbare Patienten aufgenommen. Doch auch die augenscheinlich Heilbaren verstarben oft in den Kliniken, weil sich ihre Wunden infizierten. 

Durch mangelnde Hygiene, ungewaschene Instrumente und verschmutztes Verbandsmaterial konnten sich Keime ungehemmt verbreiteten.

Besonders besorgniserregend war die Müttersterblichkeit, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa ihren Höhepunkt erreichte. Ignaz Phillip Semmelweis, der 1846 in einer Wiener Geburtsklinik als Assistenzarzt arbeitete, gab sich mit der Diagnose „Kindbettfieber“ nicht zufrieden. Aufgrund seiner genauen Beobachtungen machte er die Todesursache der Wöchnerinnen aus: Sie infizierten sich während der Geburt durch die ungewaschenen Hände der Ärzte und Hebammen. Die Einführung der Handwaschung mit Chlorkalk 1847 senkte die Todesrate erheblich. Semmelweis wird zum „Retter der Mütter„.

Bakterien und Viren reduzieren

Wäscht die Waschmaschine hygienisch sauber? Wo in der Wohnung lauern die meisten Keime? Brauche ich Desinfektionsmittel für die Hände? Im Alltag unterschätzen viele Menschen, die Wichtigkeit von Hygiene.

Hygiene, Bakterien
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Niemand lebt für sich allein. Ein durchschnittlicher Haushalt beherbergt Hunderte, wahrscheinlich sogar Tausende verschiedener Bakterienarten. Einige Plätze lieben die Erreger besonders. Die schmutzigsten Stellen in der Wohnung. So sind zum Beispiel Türflächen, Fernseher, Dunstabzugshaube, Gemüsefach im Kühlschrank sowie Schwämme und Duschen ein Lieblingsplatz für Bakterien.

Zuviel Reinlichkeit kann aber auch schaden. Wir reinigen das WC bis tief unter den Rand, desinfizieren im Schwimmbad unsere Füße und schalten bei der Waschmaschine das Vorwaschprogramm ein – alles nur, um der Hygiene zu dienen. Was für ein Irrglaube! Wer meint, besonders gründlich zu sein, stellt gerne noch zusätzlich das Vorwaschprogramm der Waschmaschine an. „Unnütz und unter Umständen kontraproduktiv“, urteilt Ernst Tabori, ärztlicher Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg.

Die Werbung verspricht vollmundig Mikroorganismen bis unter den Rand zu vertreiben: WC-Reiniger mit gebogenem Flaschenhals. Tabori hat für diese Erfindung nur ein Wort: „Humbug“. Erstens dürften sich unter dem Rand nicht allzu viele Keime ansiedeln, denn bei jedem Spülgang fließen ungefähr neun Liter Wasser dort hinab und reißen viele der Mikroorganismen mit. Und selbst wenn sich dort Bakterien finden sollten: Kaum jemand kommt mit ihnen in Berührung. Welcher normale Mensch greift denn unter diesen Toilettenrand?

Klinik, Hygiene, Desinfektion
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Einen absoluten Schutz vor Bakterien und Viren gibt es nicht. Der Sitznachbar in der U-Bahn hustet, die Frau in der Warteschlange hinter einem niest: Sollte man da nicht sofort sein Desinfektionsfläschchen oder -tuch herausholen? Oder wenigsten zu Hause gleich zur antibakteriellen Seife greifen? Auch dafür gebe es keine Notwendigkeit, sagt Tabori. Im Gegenteil: Wer permanent Desinfektionsmittel anwendet, läuft Gefahr, die natürliche Hautflora zu beeinträchtigen. Im vermeintlichen Kampf gegen Krankheitserreger beschädigt er damit genau jene Barriere, die der natürlichen Abwehr der Erreger dient.

Man sollte also unbedingt darauf achten, dass eine Grundreinigung von Bakterien regelmäßig durchgeführt wird.

Weitere ausführliche Informationen finden Sie auf der Hygieneseite der Charité Berlin hier.

Textquellen auszugsweise: planet-wissen.de/sueddeutsche.deinfektionsschutz.de/

Statistikquelle: (Quelle: Alessandro Cassini vom Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC)).

Dieser Beitrag wurde überarbeitet

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Autorenteam Sonja und Harry Bode