News Ticker

Ist Einsamkeit ein frühes Symptom für Alzheimer?

Führt Einsamkeit im Alter zu Alzheimer?

Einsamkeit kann zu Alzheimer führen
Bild: fotolia

Alzheimer: Frühwarnzeichen Einsamkeit?

Einsamkeit und Alzheimer gehen oft Hand in Hand – das hat man schon vor Jahren beobachtet. Eine mögliche Erklärung dafür schien schnell gefunden: Mangelnde geistige Anregung, etwa durch ein fehlendes soziales Umfeld, könnte den geistigen Abbau begünstigen. Nun zeigt sich: Vielleicht ist es auch umgekehrt und Einsamkeit könnte ein frühes Demenz-Anzeichen sein.

Bild_Angela Parszyk_pixelio.de

Einen Hinweis auf das mögliche Frühwarnzeichen fanden Nancy J. Donovan und ihre Kollegen, als sie 79 Senioren sowohl auf den Zustand ihrer Gehirne hin untersuchten, als auch dazu befragten, wie einsam sie sich fühlten. Die 43 Frauen und 36 Männer waren im Schnitt 76 Jahre alt und zeigten zum Zeitpunkt des Studienbeginns keine Anzeichen für geistige Einbußen.

Zunächst stellten die Forscher ihren betagten Studienteilnehmern folgende drei Fragen: “Wie oft fühlen Sie sich ausgeschlossen?“, „Wie oft fühlen Sie sich von anderen isoliert?“, „Wie oft vermissen Sie Gemeinschaft?” Jede dieser Fragen bewerteten die Teilnehmer anhand einer Skala von 1 (nie) bis 4 (sehr oft). Im Durchschnitt lag ihr Einsamkeitsscore bei 5,3 von 12 möglichen Punkten.

Ablagerungen im Gehirn

Demenz, Alzheimer, Gedächnis, Gedächnisverlust
Bild: fotolia

Interessant wurde es, als die Forscher die Gehirne der Teilnehmer mit einem (PET) durchleuchteten. Mithilfe der Geräte konnten sie die Menge sogenannter Amyloid-ß-Ablagerungen im Gehirn der Probanden bestimmen. Diese Eiweißsubstanz bildet sich zwar auch bei gesunden Menschen, sie sammelt sich aber vor allem in den Hirnen von Alzheimerpatienten massenweise an und gelten so als Maßstab für ein Voranschreiten der Krankheit.

Für Teilnehmer, bei denen die Forscher besonders große Mengen an Amyloid-ß entdeckten, war die Wahrscheinlichkeit, sich einsam zu fühlen, sieben Mal so hoch wie für Teilnehmer mit besonders wenig Ablagerungen im Gehirn. Besonders frappierend war dieser Zusammenhang bei Probanden mit einer bestimmten genetischen Variante: Das Gen APOEε4 erhöht die Alzheimergefahr beträchtlich. Und bei eben diesen Personen hatten sich nicht nur mehr Amyloid-ß-Plaques angesammelt, sie fühlten sich auch besonders einsam.

Beeinflusstes Gefühlsleben

Einsamkeit gehe somit mit krankhaften Veränderungen im Gehirn einher, schreiben Donovan und Kollegen. Das weise darauf hin, dass Einsamkeitsgefühle ein Anzeichen für Alzheimer in einem frühen Stadium sein könnten. Ob die Veränderungen im Gehirn tatsächlich die Empfindungen für Einsamkeit verändern oder soziale Isolation die Proteinablagerungen begünstigen, ist noch nicht klar. Vielleicht verstärken sich beide Prozesse auch gegenseitig.

Textquelle:mydoc.de

Siegel Seniorenblog

 

 

 

 

 

Autorenteam Sonja und Harry Bode