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In Williamsburg ticken die Uhren langsamer

Williamsburg - ein Stadtteil von News York wie im 19. Jahrhundert

Reisen, USA, Williamsburg
Bild: pixabay

New York gilt als hektisch und laut – doch im Stadtteil Williamsburg ticken die Uhren langsamer.

Dort sind die Satmar-Juden zu Hause, die Modernisierung ablehnen Die Straßen sind wie leergefegt an diesem Samstag in Williamsburg. Vereinzelt sind Männer und Buben mit bodenlangen schwarzen Gehröcken und Schtreimel, ihrer Festtagskopfbedeckung, zu sehen. Sie sind auf dem Weg in die Synagoge. Es ist Sabbat, im hektischen New York eigentlich kein Grund für Stillstand. Anders in Williamsburg auf der gegenüberliegenden Seite des East River, im nördlichen Brooklyn gibt es eine große Gemeinde der chassidischen Satmar-Juden. Sie gelten als strengstorthodox, lehnen den Zionismus ab und stellen sich gegen jede Form der Modernisierung.

Williamsburg, USA; Reisen, New York
Bild: pixaby – Gouverneurspalast

 

Eine zweite große Gruppe in Williamsburg, inzwischen vielleicht sogar die Mehrheit, sind Menschen des „alternativen“ Schlags: Musiker, Intellektuelle, Künstler, die aufgrund steigender Mieten in Manhattan Williamsburg mit seinen niedrigeren Mieten als günstigere Ausweichmöglichkeit nutzten. Diese Wanderung fand vor allem seit den 1990er Jahren statt, als Williamsburg zum Trendviertel und Anziehungsviertel für Hipster avancierte.

Die Zeit scheint stillzustehen. Günter Maislinger, der schon seit den 1970ern in New York lebt und als Reiseführer arbeitet, erzählt vom sektenähnlichen Leben der Satmar, die abgeschottet von der Stadt und ihren Bewohnern leben. –

 

Krasse Gegensätze

Den gebürtigen Österreicher faszinieren die unterschiedlichen Sphären und krassen Gegensätze von New York, ganz besonders der haredische, also ultraorthodoxe Teil im südlichen Williamsburg. Manchmal kommt er extra über den East River, um die brennenden Feuer zu Pessach zu beobachten, wenn nach jüdischer Tradition alle gesäuerten Lebensmittel verbrannt werden müssen.

 

Williamsburg, USA; Reisen, New York
Bild: CC0

Während die Männer zu Sabbat in die Synagoge gehen, müssen ihre Frauen zu Hause bei den Kindern bleiben – jegliche Arbeit ist ihnen am Sabbat untersagt. Nach der haredischen Lehre zählt dazu auch das Schieben eines Kinderwagens oder das Benützen eines Aufzugs.

Diese Ecke von Williamburg zwischen Division Av, Heyward Street und Brooklyn Navy Yard ist das geburtenreichste Viertel New Yorks. Eine Familie hat durchschnittlich acht Kinder. Die Ehen werden arrangiert, bei der Eheschließung muss die Braut ihrem Gatten zwölf Kinder versprechen, sechs Mädchen und sechs Buben, erklärt Maislinger. Nach dem Pro-Kopf-Einkommen zählt es auch zu den ärmsten Gegenden der Metropole. Doch die Gemeinschaft sorgt für ihre Schäfchen. Viele arbeiten im Elektronikfachgeschäft B&H, das einem haredischen Juden gehört .

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Autorenteam Sonja und Harry Bode