News Ticker

NOCEBO – krank aus Angst

Hilfe bei seelischen Erkrankungen und dem NOCEBO Effekt finden Sie bei Ihrem Hausarzt.

Bild: fotolia

Machen uns der NOCEBO Effekt und die Gesundheitswarnungen krank?

Der Mensch von heute muss sich mit vielen Gefahren herumschlagen. Wir sind von Giften und schädlichen Umwelteinflüssen umgeben. Entsprechend warnen uns Fernsehen, Zeitungen und das Internet täglich über neue und unbekannte Risiken. Da wird das Prinzip „Lieber einmal zu viel warnen als einmal zu wenig“ voll umgesetzt.

Ob das so eine gute Idee ist? Der Placebo-Effekt, mit dem man längst vertraut ist, hat einen fiesen, wenig bekannten Bruder, den NOCEBO-Effekt. Der führt analog zum Placebo-Effekt dazu, dass eine erwartete negative Wirkung auch eintritt. Seit Jahren geht der Verdacht um, dass all die Warnungen vor Strahlung in diesen oder jenen Lebensmitteln, Industriechemikalien, Pestizidrückständen mehr tun als einfach nur zu informieren, sondern dass sie einen Teil der Bevölkerung über den Nocebo-Effekt überhaupt erst krank machen.

NOCEBO – der Glaube der krank machen kann!

Wörtlich übersetzt aus dem Lateinischen heißt NOCEBO „Ich werde schaden“. Es handelt sich bei dem NOCEBO-Effekt um eine selbsterfüllende negative Prophezeiung.

Der NOCEBO-Effekt entfaltet dann seine volle Wirkung, wenn wir davon überzeugt sind, dass eine Handlung oder ein Medikament sich schädlich auf unsere Gesundheit auswirken wird. Als Folge davon fühlen wir uns dann tatsächlich krank bzw. werden krank. Auch das Lesen der Packungsbeilage mit seiner Vielzahl von aufgeführten Nebenwirkungen kann die Erwartungshaltung des Patienten stark beeinflussen und zum Auftreten der angegebenen Nebenwirkungen führen. So können Beipackzettel von Medikamenten ein echtes Gesundheitsrisiko sein. Wir lesen z.B. im Beipackzettel eines Medikamentes von Nebenwirkungen wie Schwindel und Magen-Darm-Störungen, Sehstörungen oder einem trockenen Mund.

Bild: fotolia

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir eben diese Beschwerden verspüren, ist sehr hoch. Unsere Erwartung, die unerwünschten Nebenwirkungen zu verspüren, macht uns krank. Eine negative, pessimistische Grundeinstellung des Patienten, schlechte Erfahrung mit vorhergehenden medikamentösen Behandlungen, negative Information, die der Patient von Arzt, Apotheke oder aus der Presse erhält, können ebenso Nebenwirkungen hervorrufen wie psychologische Charakteristika, z.B. Ängstlichkeit, Depression u.a. Unspezifische Nebenwirkungen, die mit dem NOCEBO-Phänomen erklärt werden können, sind häufig diffuse leichte Beschwerden (wie Übelkeit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung) teilweise aber auch Symptome der zu Grunde liegenden/ behandelten Erkrankung selbst (z.B. Schmerzen, Erbrechen).

Der Rat am besten keinen Beipackzettel lesen, ist sicherlich auch nicht die optimale Lösung..

Oft lesen wir in einem Zeitungsartikel über schädliche Auswirkungen von Handys und Funkmasten, Berichte über Nebenwirkungen von Nahrungsmittelzusatzstoffen etc. und verspüren daraufhin die angekündigten Symptome. Wer glaubt, eine kaputte Wirbelsäule zu haben, rechnet damit, Schmerzen zu haben und bekommt diese auch.

Bild: fotolia

Eine Untersuchung hat gezeigt, dass die Personen mit den stärksten Symptomen eine erhöhter Ängstlichkeit hatten, wenn sie zuvor einen Dokumentarfilm über die Gefahren von elektromagnetischer Strahlung gesehen hatten. Diese waren zudem eher bereit, ihre Symptome auf die vermeintliche Strahlung zurückzuführen und hielten sich eher für hypersensitiv. Generell zeigten die Probanden, die den Dokumentarfilm über die Gefahren elektromagnetischer Felder gesehen hatten, verstärkt Ängste bezüglich dieser Emissionen.

Die Wissenschaftler schließen aus ihren Ergebnissen, dass allein die durch Medienberichte hervorgerufene Erwartung einer Schädigung bei empfindlichen Menschen zu Symptomen führen könne. Dabei wirke die Suggestion von Gesundheitsgefahren aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur kurzfristig, sondern könne auch langfristig dazu führen, dass Menschen in bestimmten Situationen mit Symptomen reagierten. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass die Medien verantwortungsvoll mit Warnungen vor Gesundheitsrisiken umgingen – besonders dann, wenn diese keine wissenschaftliche Grundlage hätten.

Am deutlichsten zeigt sich der NOCEBO-Effekt in Verbindung mit Ängsten vor eingebildeten Gefahren. Auch der Voodoo-Fluch, bei denen Menschen Opfer eines verhängten Fluchs werden und sterben, ist auf den NOCEO-Effekt zurückzuführen.

Der NOCEBO-Effekt wird oft unterschätzt, denn man kann sich wirklich „krank denken“.

Aus diesem Grund sollten wir generell nicht alle Warnungen in den Wind schlagen – dies wäre genauso falsch wie alle Warnungen zu 100% zu befolgen und sich damit stark psychisch zu belasten. Ein gesundes Maß an Menschenverstand sollten wir uns bewahren – vor allem die Erkenntnis dass die Menschen sich noch nie vollkommen sicher sein konnten und ein Restrisiko das Leben selbst darstellt.

Textquellen auszugsweise: Wikipedia/Psychatrie heute (Prof.Dr.med Volker Faust)/psychosoziale-gesundheit.net/schattauer-convention.de/aerzteblatt.de/gesundheit.com/ncbi.giv/.sciencedaily.com/report-psychologie.de/krebs-nachrichten.de/scilogs.de/smithsonianmag.com/placeboforschung.de/beabachter.ch/lebenshilfe-abc.de/framinghamheartstudy.org/

Dieser Artikel wurde überarbeitet!

Siegel Seniorenblog

 

 

 

 

 

Autorenteam Sonja und Harry Bode