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Pflegekräfte aus Polen, wenn der Pflegefall eintritt

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Wenn der Pflegefall eintritt …

Ein Pflegefall kann auf vielfältige Art und Weise in unser Leben treten: Schleichend und in gewisser Weise absehbar oder durch einen Unfall bzw. eine plötzliche Erkrankung. Wir können selbst zum Pflegefall werden oder der Partner, ein Elternteil, ein Kind

Natürlich unterscheidet sich die individuelle Wahrnehmung des Themas, aber es gibt einige übergreifende Handlungsempfehlungen, die Sie beherzigen sollten, wenn ein Pflegefall in Ihrem Umfeld auftritt oder Sie selbst davon betroffen sind.

Wenn Sie selbst Hilfe benötigen

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Bleiben wir zunächst kurz bei der schleichenden Variante, die Sie selbst betrifft. Hauptproblem bei dieser oftmals absehbaren Entwicklung hin zum Pflegefall ist die stille Weigerung der Betroffenen, sich dies einzugestehen, das Thema innerhalb der Familie offen anzusprechen und rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen. Verzögerungen in Gesundheitsfragen bedeuten meistens auch eine verspätet – manchmal, zu spät – einsetzende optimale Behandlung. Viele Krankheitsbilder die zum Pflegefall führen könnten bei rechtzeitiger Behandlung sehr viel milder verlaufen, für lange Zeit aufgehalten und so teilweise um Jahre verzögert werden.

Pflege ist ein sensibles Thema. Reden Sie trotzdem darüber!

Da dieses Thema innerhalb der Familie meistens sehr sensibel ist, sind Sie als potenziell Betroffene/r gefordert, dies rechtzeitig und schonungslos anzusprechen. Warten Sie nicht, bis Ihre Angehörigen damit zu Ihnen kommen, weil es gar nicht mehr anders geht. Es ist für Ihre Nächsten sehr viel einfacher, darüber zu reden und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, wenn der Anstoß dazu von Ihnen kam. Wenn Sie also feststellen, dass Ihr Alltag immer beschwerlicher wird, wenn Ihre zeitliche und örtliche Orientierung gestört ist, wenn Ihnen die Pflege Ihres Körpers, Ihrer Kleidung und Ihrer Wohnung immer schwerer fallen etc. dann können dies erste Anzeichen für eine zunehmende Hilfsbedürftigkeit sein.

Nutzen Sie die Zeit, in der Sie noch relativ fit sind und Ihre Geschicke noch selbst in der Hand haben. Vermeiden Sie den oft fatalen Fehler, dies so lange wie möglich geschickt zu kaschieren. Denn wenn Sie warten, bis es gar nicht mehr geht, bis Verwahrlosungstendenzen auftreten, Sie sich nicht mehr allein an- und ausziehen können etc. sind Ihre Spielräume meist schon sehr eingeschränkt. Und dann kann es passieren, dass nicht mehr Sie, sondern andere oder die Sachzwänge darüber entscheiden, was passiert.

Rechtzeitige Regelungen bei schleichender oder drohender Pflegebedürftigkeit sind also in Ihrem ureigenen Interesse.

Wenn ein Familienmitglied zum Pflegefall wird

Tritt ein Pflegefall in Ihrem Umfeld auf, weil ein Familienmitglied (Elternteil, Partner/Partnerin Kind) pflegebedürftig wird, kommen auf Sie als Angehörige/r eine ganze Reihe von zumeist neuen Aufgaben zu.

Wie viel Hilfe wird benötigt?

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Droht ein Pflegefall oder ist er bereits eingetreten, muss zunächst festgestellt werden, wieviel und welche Art von Hilfe benötigt wird. Daran bemisst sich oftmals auch, welche Form der Pflege möglich oder sinnvoll ist. Natürlich möchten die meisten Menschen am liebsten zu Hause und von Angehörigen gepflegt werden. Das ist jedoch nicht immer möglich. Wenn (siehe oben) zu lange gewartet wurde, wenn die Wohnsituation ungeeignet und auch durch Umbaumaßnahmen nicht zu verbessern ist oder wenn soziale Isolation droht, bleibt oft nur ein Umzug.

 

 

Lassen Sie sich beraten!

Beratung zum Thema Pflege bieten zahlreiche Träger, Internet-Seiten und vor allem die sogenannten Pflegestützpunkte an. Siehe auch hier.

Um Leistungen von der Pflegeversicherung zu bekommen, sollten Sie so schnell wie möglich die betreffenden Anträge (u.a. auf Feststellung der Pflegestufe) bei der zuständigen Krankenkasse stellen. Die Pflegestufe wird durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) festgestellt.

Wer soll die häusliche Pflege übernehmen?

Neben der Pflege zu Hause durch Angehörige, kommen hier auch ein Pflegedienst oder eine ausländische Pflegekraft in Frage. Siehe auch hier.

Wenn Sie selbst pflegen wollen

Bei der Pflege durch Angehörige kann die oder der Pflegende die Arbeitszeit nach dem Familienpflegezeitgesetz verringern oder den Beruf sogar bis zu sechs Monate unterbrechen. Kostenfreie Pflegekurse vermitteln die wichtigsten Fertigkeiten zur Pflege.

Wenn Rundum-Betreuung notwendig wird

Steigt das Maß der Pflegebedürftigkeit an, kann eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung notwendig werden. Dafür kommen in der Regel Pflegeheime oder eine sogenannte 24 Stunden Betreuung in Frage. 

Weitere Informationen und Links finden Sie auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums hier.

Textquellen auszugsweise: BfG (Bundesministerium für Gesundheit)/pflegehelden.de / Bildquelle: http://www.pflegehelden.de/

Dieser Artikel vom 01.11.2014 wurde aktualisiert!

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Autorenteam Sonja und Harry Bode