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Sirt-Diät: Die Anti-Aging-Enzyme

Testen Sie die Sirt-Diät und beurteilen Sie selbst deren Wirkung über längere Zeit

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Bild: Angelina-Ströbel_pixelio.de

Die Anti-Aging-Enzyme nutzen mit der Sirt-Diät

Im Kampf gegen altersbedingte Krankheiten soll die Sirt-Diät helfen. Sie basiert auf dem Verzehr von Nahrungsmitteln, die im Körper Sirtuine aktivieren. Diese „Anti-Aging-Enzyme“ sind Gegenstand zahlreicher Studien. Welches medizinische Potenzial steckt wirklich in ihnen?

Arzneien zu finden, die Krebs, Alzheimer, Parkinson und Diabetes heilen, gegen Übergewicht helfen und das Leben verlängern, daran arbeitet die Forschung unentwegt. Die sogenannte Sirt-Diät soll laut Laienmedien die Lösung sein. Sirt ist die Abkürzung für Mitglieder der Sirtuin-Proteinfamilie. In der Laienpresse werden diese schon als Wundermittel gegen verschiedene Krankheiten und „Anti-Aging-Enzyme“ betitelt.

Jungbrunnenenzyme mit vielen Eigenschaften

So banal wie das klingt, ist es aber nicht. Sirtuine sind Enzyme, die Stoffwechsel- und Alterungsprozesse steuern. Sie spalten an ausgewählten Stellen lebenswichtiger Proteine Acetylgruppen ab. Diese Deacetylierung hat eine Signalwirkung für zahlreiche Vorgänge in lebenden Zellen, etwa für die Erzeugung neuer Proteine aufgrund (epi-)genetischer Informationen oder für den Abbau von Nährstoffen.

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Bild: pixabay

Die Deactelyierung von Histonen beispielsweise führt zur Stilllegung von Chromatinbereichen und wird ebenfalls von Sirtuinen reguliert. Dadurch kommt es zur Verringerung von Chromosomenaktivitäten wie Transription und Replikationen. Das scheint für die Verlängerung der Lebensspanne essentiell zu sein. Eine Erhöhung der Sirtuinaktivität ging bei Würmern mit einer lebensverlängernden Wirkung einher. 

Bisher wurden sieben humane Sirtuine (SIRT1–SIRT7) identifiziert. Basierend auf phylogenetischen Analysen werden diese in vier Unterklassen eingeteilt. Der Name Sirtuin leitet sich vom Gen Sir2 (silent mating type information regulation 2) ab. Sirtuine kommen in allen Lebewesen vor, von Bakterien und Viren, über Hefen, Tieren bis zu uns Menschen.

Neue Ansätze für Alzheimer und Parkinson

Einem internationalen Forschungsnetzwerk unter Leitung des Biochemikers Prof. Dr. Clemens Steegborn ist es gelungen, das Enzym Sirtuin 6 (SIRT6) pharmakologisch zu aktivieren. Bisher waren lediglich Substanzen bekannt, die SIRT1 aktivieren. Die neu entdeckten Substanzen docken an SIRT6 an und steigern dadurch dessen Aktivität. Die neuen Forschungsergebnisse ermöglichen die Entwicklung von Wirkstoffen, die beim Kampf gegen altersbedingte Erkrankungen helfen können. SIRT6 soll laut Studien nämlich mit der Entstehung von Morbus Alzheimer aber auch Morbus Parkinson in Zusammenhang stehen. Dazu passt die Erkenntnis von Subedi et al., dass SIRT6 in Neuroinflammationen und Hirnalterung eingebunden ist.

Mithilfe von Steegborns 14 synthetisierten Substanzen scheint es künftig möglich zu sein, SIRT6 nicht nur zielgerichtet zu aktivieren, sondern auch ein Feintuning der dadurch verursachten Stoffwechsel-Prozesse zu erreichen. „Die von uns hergestellten Substanzen und die neuen Erkenntnisse zu ihrer Interaktion mit SIRT6 bieten einzigartige Voraussetzungen für ein zielgerichtetes Design von Wirkstoffen”, so Steegborn.

Nach einer Studie von Yin et al. ist SIRT3 vermutlich ebenfalls in die Neuroprotektion involviert. Die SIRT3-Spiegel waren im entorhinalen Kortex, im mittleren temporalen Gyrus und im oberen frontalen Gyrus von Alzheimer-Patienten im Vergleich zur nicht auffälligen Kontrollgruppe reduziert. Diese Reduktion war mit schlechteren Testergebnissen der neuropsychologischen Evaluation und der Schwere der Tau-Pathologie verbunden. Weitere Studien mit der Genmanipulation von SIRT3 zeigten, dass Beta-Amyloid durch die Modulation von SIRT3 die Gesamtmenge an Tau-Proteinen erhöhte. Diese Daten legen nahe, dass die Reduktion von SIRT3 in der Pathogenese von Alzheimer entscheidend beteiligt ist.

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Autorenteam Sonja und Harry Bode