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Starke Typen – griechische Porträts der Antike

Griechische Porträts
Bild: Experimenteller und rekonstruierender Nachguss des Bronzekriegers Riace A, © Frankfurt am Main, Liebighaus Skulpturensammlung, Dauerleihgabe des Museo Nazionale Archeologico Reggio Calabria, Foto: Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main, Polychromy Research Project (Vinzenz Brinkmann)

Griechische Porträts der Antike  

Das Porträt als Bildnis einer bestimmten, realen bzw. historischen Person ist eine wichtige Errungenschaft der griechischen Kunst. Sie wirkt über die römische Kaiserzeit und die Renaissance bis heute fort und bildet die Grundlage der westlich-abendländischen Porträttradition. Griechische Porträts sind jedoch keine fotografisch genauen Abbilder, die uns das tatsächliche Aussehen einer Person überliefern, sondern sie sind typengebunden und charakterisieren die Person nach Alter, sozialem Status und Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe.

Griechische Porträts
Bild: München, Glyptothek GL 291, © Staatliche Anti-kensammlungen und
Glyptothek München, Foto: Renate Kühling

 

Maßgebend sind die jeweils gültigen Idealvorstellungen, Anlass und Ort der Aufstellung, die Eigenschaften der jeweiligen Bildträger (Statuen, Reliefs, Vasen etc.) sowie die programmatischen Absichten der Auftraggeber. Individualisierende Merkmale machen das Bildnis unverwechselbar, müssen jedoch nicht lebensecht sein. Identität wird durch Namensbeischrift hergestellt.

 

 

 

 

 

Die Ausstellung veranschaulicht die Entwicklung des griechischen Porträts im Spannungsfeld von Ideal und Individualisierung, die in ihren unterschiedlichen, jeweils nebeneinander existierenden Mischungen vielfältige Möglichkeiten zur Inszenierung von Identitäten boten. Zugleich beleuchtet sie verschiedene Aspekte des antiken Kontextes und der Überlieferungsgeschichte griechischer Porträts.

Griechische Porträts
Bild: Experimenteller und rekonstruierender Nachguss des Bronzekriegers Riace A,
Vorderansicht Kopf, © Frankfurt am Main, Liebighaus Skulpturensammlung, Dauerleihgabe des
Museo Nazionale Archeologico Reggio Calabria, Foto: Hans R. Goette

Den Kern der Schau bilden 20 hochkarätige Leihgaben der Glyptothek und Antikensammlungen München. Es handelt sich um marmorne Porträtköpfe historisch bedeutender Dichter, Strategen, Philosophen und Könige, einen historischen Bronzenachguss und eine attische Vase mit einer einzigartigen Darstellung der Dichterin Sappho. Hinzu kommen aus dem Liebieghaus Frankfurt rekonstruierende Nachgüsse der berühmten bronzenen Kriegerstatuen von Riace (bis zum 12. Januar 2020), die in der Rotunde des Alten Museums aufgestellt und in eine spannungsreiche Interaktion mit den dort befindlichen Götterstatuen treten werden. Ergänzt und erläutert werden die Leihgaben durch Skulpturen, Vasen und Kleinkunstobjekte aus eigenen, sonst magazinierten Beständen der Antikensammlung.

 

 

 

 

Griechische Porträts
Experimenteller und rekonstruierender Nachguss des Bronzekriegers Riace B,
Vorderansicht Kopf, © Frankfurt am Main, Liebighaus Skulpturensammlung, Dauerleihgabe des
Museo Nazionale Archeologico Reggio Calabria, Foto: Hans R. Goette

Zusätzlich werden ausgewählte Exponate der Dauerausstellung im Alten Museum durch besondere Kennzeichnung und einen Übersichtsflyer einbezogen, um weitere Aspekte des Themas zu veranschaulichen. Den Besuchern wird damit ein frischer Blick auf die Dauerausstellung unter neuen Gesichtspunkten ermöglicht. Die Ausstellung ermöglicht mit ihrer Ausrichtung eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen nach Selbstbild, Image und Inszenierung von Identitäten, die auch heute für ein breites Publikum aktuell sind und moderne Porträtschöpfungen mitbestimmen.

 

 

 

 

 

Starke Typen. Griechische Porträts der Antike
19. Juni 2019 – 2. Februar 2020
Eine Sonderausstellung der Antikensammlung – Staatliche Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Antikensammlungen und Glyptothek München und dem Liebieghaus Frankfurt am Main

Eröffnung: Dienstag, 18. Juni 2019, 18 Uhr

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Autorenteam Sonja und Harry Bode