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Vor dem Urlaub: Notwendige Impfungen durchführen

Besonders Diabetiker sollten vor dem Urlaub Impfungen auffrischen lassen.

Arzt beim impfen, Grippe, Impfung
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Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge überhaupt. Sie schützen vor Infektionskrankheiten, die schwer verlaufen können und oft nicht ursächlich behandelbar sind.

Gegen diese Krankheiten gibt es Impfempfehlungen, speziell auch für Diabetiker. Sie werden von einem Expertengremium, der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin herausgegeben.

Die Virusgrippe (Influenza) und Pneumokokken-Erkrankungen sind Infektionskrankheiten, die für Diabetiker besonders gefährlich sind.

Warum sind Diabetiker besonders gefährdet?

Veränderte körperliche Aktivität und veränderter Insulinbedarf im Urlaub

Oft unterscheidet sich die körperliche Aktivität im Urlaub von der Alltagssituation. Vermehrte Bewegung (z.B. längeres Schwimmen, Wandern, intensives Tanzen in der Disko) führt zu vermindertem Insulinbedarf mit Unterzuckergefahr.

Starkes Schwitzen aber kann zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte bis zu 25% führen. Dies kann schon allein durch Flüssigkeitszufuhr wieder ausgeglichen werden.

Impfungen - Spritze
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Besonders beim Auftreten von Infekten mit Fieber besteht die Gefahr der Entstehung einer Ketoazidose. Dies ist eine schwere Stoffwechselentgleisung mit deutlichem Azetonnachweis im Urin und Blutzuckerwerten über 240 mg/dl. Da die Ketoazidose selbst von Symptomen wie Erbrechen und Bauchschmerzen begleitet wird, darf sie nicht mit einem Magendarm-Infekt verwechselt werden.

Zum Vorgehen bei Ketoazidose sollte ein sogenanntes Ketoazidoseschema mitgeführt werden. Grundsätzlich wird bei einer Ketoazidose eine deutlich vermehrte Menge Insulin und Flüssigkeit benötigt.

Stoffwechselentgleisungen erhöhen bei Diabetikern das Infektionsrisiko durch Grippe-Viren oder Pneumokokken-Bakterien. Sind die Erreger in den Körper eingedrungen, kommt es schneller zu schweren Krankheitsverläufen. Häufig sind sie mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Auch gut eingestellte Patienten können davon betroffen sein.

Deshalb empfiehlt die STIKO Diabetikern die Grippe- und die Pneumokokken-Impfung sowie die Vervollständigung der Impfungen vor dem Urlaub. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Beide Impfungen können während eines Arztbesuches am linken und rechten Oberarm verabreicht werden.

Unabhängig vom Lebensalter und Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe empfiehlt die STIKO auch die vollständige Grundimmunisierung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphtherie sowie die Auffrischimpfungen alle 10 Jahre.

Wer keine vollständige Grundimmunisierung gegen Polio (Kinderlähmung) hat, sollte sich ebenfalls impfen lassen. Die Kosten für diese Impfungen übernehmen die Krankenkassen. Kombinationsimpfstoffe vermeiden unnötige Injektionen.

Tipp: Nehmen Sie beim nächsten Arztbesuch den Impfausweis mit und sprechen Sie den Arzt auf die Impfungen an.

Textquelle: diabetes-news.de

Autorenteam Sonja und Harry Bode