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Warum die Wundheilung bei Diabetes gestört ist

Bei Diabetespatienten ist jede Verletzung gefährlich

Wunde am Finger, unfall, Handverletzung, Nagel im Finger
Bild: fotolia

Bei Diabetes kann die Wundheilung gestört sein

Der Grund warum Wunden bei Menschen mit Diabetes schlechter heilen, könnte ein gebremster Insulinstoffwechsel an der Wundstelle sein. Bisher wurden vor allem Gefäß- und Nervenschäden sowie eine verminderte Immunabwehr für die Wundheilungsstörung verantwortlich gemacht. Die aktuellen Erkenntnisse helfen nun möglicherweise dabei, neue Behandlungsmethoden zu entwickeln, wie eine Kölner Forschergruppe in der Fachzeitschrift ‚Natur Communications‘ berichtet.

Menschen mit Diabetes haben häufiger mit schlecht heilenden Wunden zu kämpfen. Bislang wurde vermutet, dass hohe Glukosemengen im Blut die Gefäße und Nervenzellen schädigen, zu einer verminderten Immunabwehr führen und dadurch für eine verzögerte oder gestörte Wundheilung sorgen.

Die Kölner Forschergruppe um Linda Partridge, Direktorin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, wollte in der aktuellen Studie den zugrunde liegenden zellulären Mechanismen an der Wundstelle auf die Spur kommen. Dafür untersuchten sie die Haut von Fruchtfliegen, deren Insulinstoffwechsel dem des Menschen sehr ähnlich ist. Mit einem punktgenauen Laser entfernten die Wissenschaftler den Fruchtfliegen Zellen der obersten Hautschicht und beobachteten sie unter dem Mikroskop: Direkt nach der Verletzung reagierten die umliegenden Zellen mit der Bildung einer ringähnlichen Struktur aus Proteinen, welche sich zusammenziehen und so die entstandene Lücke schließen können. Wie die Forscher anschließend an gentechnisch veränderten Fruchtfliegen zeigen konnten, wird dieser Proteinring bei gestörtem Insulinstoffwechsel nur schwach und viel später ausgebildet. Dadurch ist die Wundheilung unvollständig oder verlangsamt.

Neue, lokale Therapiemethoden für eine bessere Wundheilung, könnten genau auf diesen Mechanismus abzielen, schlussfolgern die Studienautoren. Nach Aussagen der beteiligten Wissenschaftler könnte es in Zukunft möglich sein, die Wundstelle örtlich mit Medikamenten zu behandeln, die den Insulinstoffwechsel aktivieren.

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Dieser Artikel vom 24. Oktober 2016 wurde aktualisiert.

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Autorenteam Sonja und Harry Bode