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Was bringt die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade?

Gesetzesänderung bei der Pflegeversicherung

24h,Änderung bei der Pflegeversicherung
Bild: fotolia

Aus Pflegestufen werden Pflegegrade

Rund 2,8 Millionen Pflegebedürftige erhalten in diesen Tagen die Bescheide zur Umstellung der Leistungen in der sozialen Pflegeversicherung von Pflegestufen auf Pflegegrade.

Viele dürfen sich freuen, denn sie erhalten ab 2017 höhere Sachleistungen.

„Menschen mit Demenz und anderen gerontopsychiatrischen Erkrankungen werden dadurch besser eingestuft. Sie erhalten einen leichteren Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung“, sagte Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbands der Pflegekassen (MDS). Auch der Unterstützungsbedarf von Dialysepatienten und von beatmungspflichtigen Patienten könne mit den Pflegegraden besser erfasst werden. Pick zeigte sich überzeugt, „ dass die Einstufung gerechter wird“. Die Überleitung von Pflegebedürftigen, die bereits in eine Pflegestufe eingruppiert sind, in das neue System der Pflegegrade erfolgt automatisch. Dabei gilt: „Niemand wird schlechter gestellt. Ein Großteil der Leistungsempfänger erhält höhere Leistungen“, so Pick. Niemand muss sich dafür neu begutachten lassen, es sei denn, er ist mit der neuen Einordnung nicht einverstanden.

Wie funktioniert die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade?

Pflegebedürftige mit körperlichen Einschränkungen werden in den nächsthöheren Pflegegrad eingruppiert, also zum Beispiel von Pflegestufe 1 in Pflegegrad 2. Sie erhalten 72 Euro mehr Pflegegeld oder Pflegesachleistungen für 221 Euro mehr. Hat ein Medizinischer Dienst bei einer Begutachtung bereits eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt, werden die Pflegebedürftigen sogar in den übernächsten Pflegegrad eingeordnet, also etwa von Pflegestufe 1 auf Pflegegrad 3. Sie können mit 229 Euro mehr Pflegegeld oder 609 Euro mehr Pflegesachleistungen in der ambulanten Pflege rechnen.

Das Bundesgesundheitsministerium und der MDS rechnen übereinstimmend damit, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland durch den Systemwechsel mittelfristig um rund 500.000 von 2,8 auf 3,3 Millionen Menschen steigen wird.

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