News Ticker

Zahnersatz: Klebeprothese statt Krone

Die neue Lösung bei Zahnlücken ist eine Klebeprothese.

Fragen Sie Ihre Krankenkasse nach einer Klebeprothese
Bild: fotolia

Zahnersatz ist in Deutschland sehr teuer!

Fehlende Zähne werden bisher meist durch Brücken oder Prothesen ersetzt. Für deren Befestigung müssen oft gesunde Zähne abgeschliffen werden. Als eine günstige Variante bieten Zahnärzte in der Regel nur Klammerprothesen an, die zwar von den Krankenkassen anteilig bezahlt werden, aber sichtbar sind. Die gängigen Alternativen sind Prothesen, die auf Teleskopkronen befestigt werden. Auch dafür müssen gesunde Zähne abgeschliffen werden und das Verfahren ist teuer.

Ein günstigeres und schonenderes Verfahren, um fehlende Zähne zu ersetzen, ist die angeklebte Schiebeprothese (Adhäsiv-Attachment). Dabei kleben die Zahnärzte an einen gesunden Pfeilerzahn einen kleinen Flügel mit Scharnier, in das die Prothese anschließend eingeschoben wird, sodass sie fest im Bereich der fehlenden Zähne sitzt. Von außen ist diese sehr stabile Konstruktion fast nicht zu sehen.

Voraussetzung für eine Klebeprothese sind gesunde Nachbarzähne mit intaktem Zahnschmelz, an den ihre Flügel wie Türscharniere angeklebt werden. Auch wenn die Klebefläche sehr stabil ist und bis zu 90 Kilo Belastung aushält, löst sich innerhalb von zehn Jahren etwa jede fünfte Klebeprothese. Sie lässt sich dann aber problemlos immer wieder ankleben.

Zahnersatz mit Klebeprothesen ist keine Standardkassenleistung

Zahnersatz
Bild: fotolia

Trotz dieser in kleineren Studien über mehr als 20 Jahre nachgewiesenen Vorteile ist diese Methode keine von den Krankenkassen anerkannte Standardversorgung. Betroffene sollten bei Ihrer Krankenkasse erkundigen. Für die Zulassung benötigt der zuständige Gemeinsame Bundesausschuss große, aufwendige Studien, deren Finanzierung für die Industrie aber uninteressant ist, da die Klebetechnik vor allem gute Handarbeit erfordert. Zudem ist die Technik noch nicht besonders verbreitet, sodass viele Zahnärzte und Zahntechniker sie nicht beherrschen.

Bei fehlenden Seitenzähnen kostet eine Teilprothese mit zwei Klammern als Standardkassenleistung etwa 550 Euro, wovon der Patient die Hälfte selbst bezahlen muss. Eine Teleskopkrone kostet bis zu 3.000 Euro, wovon der Patient einen Eigenanteil von etwa 2.200 Euro zu tragen hat. Eine zahnschonende Teilprothese mit zwei Klebescharnieren würde dagegen etwa 2.100 Euro kosten, bei einem Eigenanteil des Patienten von 1.800 Euro.

Auch bei der Vollprothese gibt es eine Alternative

Auch wenn es darum geht, einer Vollprothese festen Halt im Kiefer zu geben, können Patienten viel Geld sparen: Eine über nur ein Implantat per Druckknopf befestigte Vollprothese ist eine Alternative, wenn zwei oder vier Implantate zu teuer sind. Schließlich kostet jedes einzelne Implantat rund 1.250 Euro. Die Ein-Knopf-Technik hält zwar nicht ganz so fest wie mehrere Implantate, aber schon wesentlich besser (bis zu 90 Prozent) als eine gänzlich unverankerte Vollprothese.

Textquelle: ndr.de

Der Artikel vom 15. Dezember 2016 wurde aktualisiert

Siegel Seniorenblog

 

 

 

 

 

Autorenteam Sonja und Harry Bode