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Zecken: Neue Arten, neue Gefahren?

Bei Verdacht auf Zeckenbisse sofort den Arzt aufsuchen

Zecken, FSME-Viren ,Borreliose
Bild: pixabay

In Deutschland ist eine neue Art von Zecken aufgetaucht, die ursprünglich nur am Mittelmeer zu finden war. Wissenschaftler stellt der Fund vor eine Reihe von Fragen: Können die Tiere das FSME-Virus oder hierzulande unbekannte Krankheitserreger übertragen?

Äußerlich ist Ixodes inopinatus eher unauffällig: Nur 3 bis 4 mm groß, schwarzbraun, Beinchen und Brust sind leicht behaart. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich diese Zeckenart nahezu unbemerkt in nördlicheren Regionen Europas ausbreiten konnte. Entdeckt hatten Ixodes inopinatus im vergangenen Jahr Wissenschaftler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. Die Mikrobiologen überwachen seit Jahren die Zeckenpopulationen in Deutschland. Dabei interessieren sie sich speziell für solche Arten, die als Überträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in Frage kommen.

In Deutschland ist das bislang vor allem Ixodes ricinus, umgangssprachlich auch Gemeiner Holzbock genannt.

Ixodes inopinatus als Überträger von Viren?

Zecken, FSME-Viren ,Borreliose
Bild: pixabay

Im vergangenen Jahr sammelten die Forscher Zecken in Gebieten, in denen besonders viele Zecken das FSME-Virus in sich tragen. Sie fanden Ixodes inopinatus (I. inopinatus) nicht nur in Immenstetten und anderen süddeutschen Wäldern, sondern auch in Österreich und Rumänien. Nach der Auswertung ihrer Funde stand für die Forscher fest, dass es sich in Immenstetten um eine stabile Population von I. inopinatus handelt, die sich dort etabliert hat. Nun stellt sich die Frage nach der möglichen Gefahr, die von der Zeckenart ausgeht.

Was für I. inopinatus als Übeträger von FSME-Viren spräche, wäre zum einen die nahe Verwandtschaft mit dem Gemeinen Holzbock, so Virologe Gerhard Dobler vom Bundeswehrinstitut in München. Aber auch, dass die I. inopinatus in den FSME-Herdgebieten gefunden wurde. Zunächst sammeln die Forscher nun weitere Zecken. Mit einem hochauflösenden Digital-Mikroskop können sie die noch lebenden Tiere im Labor zuverlässig nach ihrer Art unterscheiden: „Momentan sind wir die einzigen, die die technischen Möglichkeiten dazu haben“, sagt Dobler. Wenn es sich um I. inopinatus handelt, werden die Exemplare getötet und auf Viren hin untersucht.

Ob er bereits fündig wurde, will Dobler vorerst nicht verraten: „Unsere Ergebnisse sind noch nicht veröffentlichungsreif.“ Die laufende Studie sei zunächst nur ein erster Schritt. Denn selbst wenn Ixodes-inopinatus-Exemplare Träger des FSME-Virus sind, heißt es nicht automatisch, dass diese auch in Deutschland in relevantem Ausmaß das FSME-Virus übertragen. Es gilt dann, zu untersuchen, ob sie ein stärkerer oder schwächerer Überträger als I. ricinus sind. Um zu beurteilen, ob Populationen der neuen Zeckenart sich auf die Verbreitung der FSME auswirken, ist es auch wichtig, zu wissen, ob die neue Art den Gemeinen Holzbock in Zukunft verdrängen wird. Oder ob beide nebeneinander existieren werden. Bis es dazu Erkenntnisse gibt, kann es noch lange dauern.

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Textquelle: doccheck.com

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Autorenteam Sonja und Harry Bode